Meteora-Klöster – mystische Orte zwischen Himmel und Erde

Sie thronen auf der Spitze bizarr geformter Felstürme aus gelblichem Sandstein oder kleben wie Schwalbennester an steil aufragenden Felswänden: Die Meteora-Klöster. Die 24 mittelalterlichen Klosteranlagen sind UNESCO-Weltkulturerbe und zählen zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Griechenland.

Am östlichen Rand des Pindos-Gebirges, nur einen Steinwurf von der Stadt Kalambaka entfernt, ragen am Rand der Thessalischen Ebene mächtige Felstürme auf. Auf den Sandsteinfelsen thronen 24 mittelalterliche Klosteranlagen. Bei Nebel oder dunstiger Luft scheinen sie zwischen Himmel und Erde zu schweben. Die Meteora-Klöster sind Orte voller Magie und Mystik mit einer faszinierenden Ausstrahlung, der sich kein Besucher zu entziehen vermag.

Meteora-Klöster: UNESCO-Welterbe in Thessalien

Am Rand der Thessalischen Ebene ragen an den Ausläufern des Pindos-Gebirges bizarr geformte Sandsteinfelsen auf, die einen überwältigenden Anblick bieten. Die Gesteinsformationen sind ein Beleg für die ungeheure Schaffenskraft der Natur. Auf den Felsnadeln thronen 24 Klosteranlagen in schwindelerregender Höhe über einem gähnenden Abgrund.

Als im 11. Jahrhundert mit dem Bau der ersten Einsiedeleien begonnen wurde, gab es kein Geflecht aus Wegen, Treppen und Straßen, sondern nur glatten, steil aufragenden Fels. Unerklärlich scheint es beim Anblick der bizarren Felstürme, wie mit den beschränkten technischen Hilfsmitteln des Mittelalters der Bau kompakter Anlagen in dieser Höhe gelang. Tatsächlich musste das Baumaterial mithilfe von Seilwinden und Aufzügen und unter Einsatz von viel Muskelkraft emporgehievt werden.

Manche Klöster waren bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts nur über Strickleitern und halsbrecherische Pfade zu erreichen. Die Meteora-Klöster wurden in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen und sind bis heute eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten auf dem griechischen Festland.

Video: Die schwebenden Klöster von Meteora - Vlog #20

Von Einsiedeleien zu Klosteranlagen

Im 11. Jahrhundert entstanden in Meteora die ersten Einsiedeleien. Die Eremiten schlossen sich im Lauf der Zeit zu Gemeinschaften zusammen, wobei die Organisationsstrukturen der Mönchsrepublik Athos als Vorbild galten. Im Jahr 1334 floh der Mönch Athanasios aus ebendieser Mönchsrepublik und ließ sich als Einsiedler am Rand des Pindos-Gebirges nieder. Mit seiner Ankunft begann das religiöse Klosterleben in Meteora. Zusammen mit weiteren Mönchen gründete Athanasios das erste Kloster der Region. Es trägt den Namen Metamórphosis und ist die größte Anlage unter den 24 Klöstern. Noch heute leben Mönche in dem Komplex, der 613 m über dem Meeresspiegel auf der Spitze eines Felsturmes thront. Im Verlauf des 14. Jahrhunderts erfolgten weitere Klostergründungen, deren Gründer heute nur noch teilweise bekannt sind.

Metamórphosis – Gründungskloster und größter Komplex

Nur ein Teil der 24 Meteora-Klöster ist heute noch bewohnt und für die Öffentlichkeit zugänglich. 18 Anlagen sind für den Besucherverkehr gesperrt und dürfen aus Sicherheitsgründen nicht mehr bewohnt werden. Hoch in der Gunst von Besuchern steht das Kloster Metamórphosis, das auf dem Felsen Meteoro (der Schwebende) thront. Der Komplex war bis zum Jahr 1923 ausschließlich über Strickleitern und eine Seilwinde zu erreichen. Heute ist der Aufstieg zwar weniger gefährlich, aber immer noch beschwerlich, denn bevor Sie in einer Höhe von 613 m ankommen, müssen Sie eine Treppe mit 143 Stufen erklimmen und einen in den Fels geschlagenen Tunnel durchqueren. Neben den kunstvollen Fresken in der Klosterkirche ist die Einsiedlerhöhle des Mönches Athanasius direkt neben dem Eingang zur Anlage eine Attraktion.

Pittoreske Klosteranlagen über dem Abgrund

Eine noch heute bewohnte Klosteranlage trägt den Namen Rousánou. Historischen Quellen zufolge soll es im Jahr 1388 gegründet worden sein. Schwindelfrei sollten Sie sein, wenn Sie der kleinen Ansammlung von Gebäuden einen Besuch abstatten wollen, denn das Kloster scheint direkt aus dem Gipfel eines Felsturmes herauszuwachsen. In der kleinen Klosterkapelle duftet es nach Weihrauch und im Dämmerlicht sind die Umrisse farbiger Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert zu erkennen.

Ebenfalls noch bewohnt ist das Kloster Varlaám, das zur Mitte des 16. Jahrhunderts aus einer Einsiedelei entstand. 1535 wurde der Bau der Anlage abgeschlossen. Der Gründer des Klosters legte in seinem Testament fest, dass die Mönche einer zönobitischen Lebensweise nachgehen müssen. Die besitzlosen Geistlichen lebten demnach von der Außenwelt isoliert hinter dicken Mauern in einer abgeschirmten Gemeinschaft. Alle Mitglieder trugen die gleiche Kleidung, erhielten das gleiche Essen und gingen einer einheitlichen Lebensweise nach.

Auf der Spitze eines Felsturmes thront die von außen wie eine Burg wirkende Anlage des Klosters Agios Stéphanos. Der byzantinische Kaiser Andronikos III. stattete dem Kloster im Jahr 1333 einen Besuch ab und bedachte die Mönche im Anschluss mit finanziellen Zuwendungen. Nachdem der letzte Mönch das Kloster im Jahr 1960 verlassen hatte, erfolgte ein Jahr später die Umwandlung in ein Frauenkloster. Der einstige Reichtum des Klosters ist heute noch sichtbar, unter anderem an den mit Perlmutt verzierten Pulten für die Gesangbücher.

Kloster Agía Triáda: Kulisse für James-Bond-Streifen

Die einzigartige Kulisse der Meteora-Klöster wurde im James-Bond-Streifen „In tödlicher Mission“ aufmerksamkeitsstark in Szene gesetzt. Roger Moore spielte in dem 1981 veröffentlichen Film den Agenten 007. Als Drehort diente das Kloster Agía Triáda, das vermutlich in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut wurde. Erst seit 1925 führt eine Treppe zu der auf einem steil aufragenden Felsturm thronenden Anlage. Bis zu diesem Zeitpunkt war der Aufstieg nur über Strickleitern und Seilwinden möglich. Höhepunkt der Dreharbeiten am Agía-Triáda-Kloster war der Sturz des Hauptdarstellers von einem 30 m hohen Klosterfelsen. Roger Moore ließ sich in dieser Einstellung von einem professionellen Stuntman doubeln, da er selbst unter extremer Höhenangst litt.

Kleiderordnung beim Klosterbesuch

Wer in einem Urlaub in einem Ferienhaus in Griechenland einen Besuch der zur Besichtigung freigegebenen Meteora-Klöster plant, muss auf die Einhaltung der Kleiderordnung achten. Frauen dürfen die Anlagen nicht in Miniröcken und schulterfreien Tops betreten. Darüber hinaus sollten Frauen ein Kleid oder einen Rock tragen und auf das Tragen einer Hose verzichten. In einigen Klöstern können am Eingang Schürzen zum Vorbinden ausgeliehen werden. Herren mit kurzen Hosen wird der Eintritt in die Klöster ebenfalls verwehrt.

Da die Meteora-Klöster zu den meistbesuchten Attraktionen in Griechenland zählen, müssen Sie sich in der Hauptsaison auf einen wahren Besucheransturm einrichten. Wenn Sie flexibel in der Planung Ihrer Aktivitäten sind, empfiehlt sich ein Besuch am frühen Morgen, wenn noch keine Reisebusse mit Touristen vor Ort sind. Nicht zu empfehlen ist der Aufstieg zu verlassenen und unbewohnten Klöstern. Die meisten Anlagen sind nur über halsbrecherische Pfade zu erreichen, deren Betreten nicht ungefährlich ist.

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