Mykene

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Mykene – UNESCO-Welterbestätte und bronzezeitliche Hochkultur

ID 61861552 © Absente | Dreamstime.comAuf der Halbinsel Peloponnes liegt auf halber Strecke zwischen der Stadt Tripoli und dem Kanal von Korinth die Ausgrabungsstätte des antiken Mykene. Die Stadt war ein bronzezeitliches Zentrum der nach Mykene benannten Hochkultur.

Bis zum Niedergang der mykenischen Hochkultur um das Jahr 1200 v. Chr. war die gleichnamige Stadt an der Ebene von Argos ein bedeutendes Machtzentrum der Antike. Eine ganze Kulturepoche wurde nach der Stadt benannt, deren Ausgrabungsstätte rund 40 Autominuten südwestlich des Kanals von Korinth liegt. Im Jahr 1999 beschloss die Welterbekommission der UNESCO die antike Stätte in die Liste des Weltkulturerbes der Menschheit aufzunehmen.

Der Aufstieg von Mykene

Die Geschichte des antiken Mykene reicht bis in das 4. Jahrtausend v. Chr. zurück, wie archäologische Funde aus der Jungsteinzeit belegen. Grabungen erbrachten den Nachweis, dass Handelsbeziehungen bis zu den Kykladen bestanden. Dank der strategisch günstigen Lage an der Handelsstraße zwischen dem Süden der Peloponnes und der schmalen Landverbindung, die die Halbinsel mit dem griechischen Festland verbindet, kontrollierten die Stadtbewohner den gesamten Handel in der Region.

Die Grabungen des deutschen Archäologen Heinrich Schliemann, gefeierter Entdecker des antiken Troja, förderten im 19. Jahrhundert Erstaunliches zutage. Die von ihm entdecken Schachtgräber enthielten kostbare Grabbeigaben, die Rückschlüsse auf den Wohlstand von Mykene in verschiedenen Epochen zuließen. Demnach erlebte die Stadt im 14. und 13. Jahrhundert v. Chr. eine Blütezeit, bevor ab 1200 v. Chr. der Niedergang einsetzte.

Niedergang einer Hochkultur

Über 600 Jahre lang prägte die mykenische Kultur das Leben auf dem griechischen Festland und später auf den Inseln. Um das Jahr 1200 v. Chr. setzte ein plötzlicher Niedergang ein, über den in der Vergangenheit viele Gerüchte im Umlauf waren. Neuesten Erkenntnissen zufolge waren es mehrere Faktoren, die zum zeitgleichen Niedergang verschiedener Hochkulturen zwischen Griechenland und Palästina führten. Proben, die in Syrien und Zypern entnommen wurden, deuten auf eine starke Abkühlung um das Jahr 1200 v. Chr. hin, die Missernten und Hungersnöte zur Folge hatte. Hinzu kam eine ökonomische Krise, die auf der ausbleibenden Lieferung von Kupfer aus dem heutigen Afghanistan beruhte. In der Bronzezeit war das Buntmetall der wichtigste Rohstoff für die Herstellung von Waffen und Werkzeugen. Es kam zu Revolten und bürgerkriegsähnlichen Zuständen im Inneren und Überfällen von außen. Das Bündel aus ungünstigen Einflussfaktoren führte letztendlich zum Niedergang der mykenischen Hochkultur.

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Antike Mauern und das Löwentor

Die Ausgrabungsstätte von Mykene ist eine riesige Ansammlung antiker Monumente aus der Bronzezeit. Ehrfürchtig stehen die meisten Besucher vor dem mächtigen Löwentor, das einst den Hauptzugang zur Burg markierte. Erbaut wurde das Steintor zur Mitte des 13. Jahrhunderts v. Chr. Den Namen verdankt es einem Relief, das über dem Tor prangt. Das Relief zeigt zwei Löwen in aufrechter Position, die sich gegenüber stehen. Außen säumen Mauern aus großen Steinquadern auf beiden Seiten den Weg zum Löwentor. Hinter dem Tor befindet sich ein Treppenaufgang, der auf die Mauerkrone führt.

Die Mauer wurde ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. in drei Bauphasen errichtet. Einst thronte auf dem höchsten Punkt des Hügels ein mykenischer Palast, von dem jedoch nur noch spärliche Überreste erhalten sind. Nach dem Niedergang der Stadt errichteten die Griechen im 6. Jahrhundert v. Chr. einen Hera-Tempel an diesem Ort. Der letztmalige Ausbau von Mykene mit einer Verstärkung der Mauern erfolgte um das Jahr 1200 v. Chr. In einem guten Erhaltungszustand befindet sich die steile Rampe, die einst den Zugang zum Palast markierte. Wegen der enormen Steigung von ca. 20 Prozent, konnten keine voll beladenen Wagen hinaufgezogen werden.

Kuppelgräber und Schatzhäuser

Heinrich Schliemann machte im Jahr 1876 eine bemerkenswerte Entdeckung innerhalb der Burgmauern. In fünf Schachtgräbern fanden sich die unversehrten Gebeine von 17 Menschen inklusive kostbarer Grabbeigaben. Sensationell war der Fund von goldenen Masken, die die Gesichter der Toten bedeckten. Darüber hinaus wurden Schmuckstücke aus Gold und Terrakotta sowie Tongefäße entdeckt. Neben diesen Funden wurden in einem als Grabzirkel B klassifizierten Gräberfeld noch ältere Grabstätten entdeckt, die auf das frühe 16. Jahrhundert v. Chr. datiert wurden.

Neben diesen teils spektakulären Funden wurden neun Kuppelgräber entdeckt, die bienenkorbähnlich angeordnet waren. Diese spezielle Form der Gräber wurde in der frühen Zeit der Archäologie als Schatzhaus bezeichnet und der Name wurde bis in die Gegenwart beibehalten. Äußerlich erinnert der Aufbau an Dolmen aus der Steinzeit. Ein schmaler Zugang führt in die Grabkammer, die durch das Übereinandersstapeln tonnenschwerer Steine mit einer quadratischen Form entstanden ist. Bislang wurde lediglich die Oberstadt des bronzezeitlichen Mykene ausgegraben und untersucht. Die Unterstadt wurde bisher kaum erforscht und es ist davon auszugehen, dass unter der Erdschicht noch einige Geheimnisse verborgen liegen.

Sagenumwobenes Mykene

Wie um die meisten untergegangenen Hochkulturen ranken sich auch um Mykene zahlreiche Mythen und Legenden. Griechische Geschichtsschreiber trugen ihren Teil zur Legendenbildung bei, denn bereits bezüglich der Stadtgründung kursieren verschiedene Erklärungen. So schreibt eine Überlieferung dem Göttersohn Perseus die Gründung von Mykene zu, während eine andere Sage die gleichnamige Tochter des Flussgottes Inachos als Stadtgründerin ansieht. Auch die Liste der mykenischen Könige ist nicht unumstritten. Unter ihnen soll sich mit Agamemnon der Anführer der Griechen im Trojanischen Krieg befunden haben. Die Goldmaske, die Heinrich Schliemann im Jahr 1876 entdeckte, ordnete er dem mykenischen Herrscher zu. Nach heutigem Wissensstand handelt es sich dabei um einen Irrtum, denn die Maske stammt aus dem 16. Jahrhundert v. Chr. und wurde drei Jahrhunderte früher als Grabbeigabe eingesetzt.

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