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Olympieion – der Tempel des Olympischen Zeus in Griechenlands Hauptstadt

Er war ein Bauwerk der Superlative und der größte Tempel des antiken Griechenlands: Das Olympieion. Die Ruinen der einst mächtigsten Tempelanlage des zivilisierten Europa liegen rund 500 m Luftlinie von der Akropolis entfernt in Zentrum von Athen.

In Bezug auf die Größe stellte das Olympieion im Herzen der griechischen Hauptstadt sogar das Parthenon auf der Akropolis in den Schatten. 110 m lang und 44 m breit war das Bauwerk, dessen Innenraum von 108 Säulen eingerahmt werden sollte. Dass diese Anzahl nie erreicht wurde, liegt unter anderem an einer jahrhundertelangen Baupause. Zum Vergleich: Das Parthenon als größte Tempelanlage der Akropolis hat eine Grundfläche von 70 x 30 m.

Der mächtigste Tempel der Antike

Das Olympieion zählt nicht zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Griechenlands, gehört allerdings aufgrund der geschichtlichen Bedeutung und der einstigen Größe zu den bedeutendsten Hinterlassenschaften der antiken Welt. Die Basis des Tempels des Olympischen Zeus bildete eine 110 x 44 m lange Grundplatte, die nahezu vollständig aus pentelischem Marmor besteht. Die Säulen ruhten auf steinernen Sockeln in Form von schmucklosen Quadern. Jede Säule war mit 24 ionischen Kanneluren verziert. Dieser Begriff bezeichnet die rinnenförmigen Vertiefungen, die als vertikale Linien korinthische Säulen verzieren. Geplant war ursprünglich der Bau in dorischer Architektur, doch die jahrhundertelange Verzögerung während der Bauphase hatte auch einen Wechsel des Architekturstils zu Folge.

Umgeben war der Tempel des Olympischen Zeus von einer Doppelreihe aus korinthischen Säulen mit einer Höhe von 17 Metern. Wie der gesamte Tempel bestanden sie aus Marmor. Erhalten sind in der Gegenwart noch 15 aufrecht stehende Säulen, die im oberen Bereich teilweise über steinernen Blöcke verbunden sind. Ein Blickfang sind die kunstvoll gearbeiteten Verzierungen an den korinthischen Kapitellen. Jede Säule besitzt ein Gesamtgewicht von 150 Tonnen.

Zu welchem Zeitpunkt und aus welchem Grund das Olympieion zerstört wurde, lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren. In antiken Schriften finden sich keine Aufzeichnungen darüber. Archäologen gehen davon aus, dass die größten Zerstörungen ein Erdbeben im Mittelalter verursacht hat. Anschließend wurden die Steine als Steinbruch und für den Bau von anderen Tempelanlagen oder für Wohnhäuser genutzt.

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Antiker Vorgängerbau aus dem 6. vorchristlichen Jahrhundert

Der Tempel des Olympischen Zeus steht auf den Grundmauern eines noch älteren Bauwerks aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Damals dominierte in Griechenland die Herrschaftsform der Tyrannis. Das bedeutet, dass ein Alleinherrscher willkürlich über einen Stadtstaat herrschte und zur Durchsetzung der eigenen Interessen nicht vor Gewaltanwendung zurückschreckte. Mit dem Bau des ersten Tempels wurde wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts begonnen. Nach dem Sturz des Alleinherrschers stoppten die Bauarbeiten und das Baumaterial wurde an anderer Stelle eingesetzt. Lediglich an den Sockelresten lässt sich erkennen, dass der spätere Tempel des Olympischen Zeus auf dem Fundament einer noch älteren Anlage errichtet wurde.

Baubeginn im 2. Jahrhundert v. Chr.

Unter Antiochos IV. Epiphanes wurde im Jahr 174 v. Chr. mit dem Bau des Olympieions begonnen. Lange sollten die Arbeiten nicht andauern, denn mit dem Tod des griechischen Königs zehn Jahre später gerieten auch die Bauarbeiten ins Stocken und kamen schließlich ganz zum Erliegen. Der römische Feldherr und Politiker Sulla eroberte im Jahr 86 v. Chr. Athen und der damalige Stadtstaat wurde in das römische Imperium eingegliedert. Unter Kaiser Augustus erfolgte ein wohl eher mäßig ambitionierter Versuch, das Olympieion fertigzustellen. Es sollte dem größten Bewunderer der griechischen Kunst unter den römischen Kaisern vorbehalten bleiben, den Tempelbau zu vollenden. Unter Kaiser Hadrian wurden die Bauarbeiten im Jahr 132 n. Chr. abgeschlossen. Bis auf die Reduzierung der Säulenanzahl an den Längsseiten hielt sich Hadrian exakt an die historischen Baupläne.

Hadrianstor: Ehemaliger Eingang ins Olympieion

Das Hadrianstor in der Innenstadt von Athen steht für den oberflächlichen Betrachter in keinem direkten Zusammenhang zum Olympieion. Man muss schon etwas genauer hinschauen, um das antike Tor als Eingang zum einst größten Tempel der antiken Welt zu erkennen. Gebaut und eingeweiht wurde das frühere Eingangsportal zusammen mit dem Olympieion im Jahr 132 n. Chr. Das antike Bauwerk setzte vor rund 2.000 Jahren neue Maßstäbe bezüglich der Architektur. Auf dem typisch römischen Rundbogen thront ein sogenannter Architravbau, der die Architekturelemente der griechischen Antike aufgreift und widerspiegelt. Das Hadrianstor ist 18 m hoch und der Durchgang hat eine Breite von gut sechs Metern.

Unter dem römischen Kaiser dehnte sich das Stadtgebiet von Athen aus. Ganze Viertel ließ Hadrian neu errichten und Menschen aus dem gesamten Römischen Reich ließen sich in der Stadt nieder. Ein weiteres bedeutendes Bauwerk, das auf Veranlassung des Kaisers erbaut wurde, ist die sogenannte Hadriansbibliothek. Das Gebäude mit dem von Säulen umgebenen Innenhof war die größte Bibliothek im antiken Griechenland. Zwei der ehemals drei Stockwerke sind noch erhalten. Archäologen haben errechnet, dass in allen Stockwerken zusammengenommen rund 20.000 Schriftrollen Platz gefunden hätten. Die tatsächliche Anzahl an einst vorhandenen Schriftrollen ist nicht bekannt. Wenn Sie die Ruine der Hadriansbibliothek besichtigen wollen, statten Sie dem Athener Altstadtviertel Plaka einen Besuch ab. Das antike Gemäuer steht direkt neben der ehemaligen Tsisdarakis-Moschee aus dem 18. Jahrhundert.

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