Kalambaka

Kalambaka

Kalambaka – Stadt am Fuß der Meteora-Klöster

ID 99334624 © Emicristea | Dreamstime.comKalambaka ist eine Kleinstadt in der Region Thessalien. Rund 8.600 Einwohner leben in der Stadt am Fuß der weltberühmten Meteora-Klöster. Einige der mittelalterlichen Klöster thronen auf den Spitzen mächtiger Felstürme, andere scheinen direkt in der Felswand zu kleben.

Stadt am Ufer des Pinios

Das Stadtgebiet von Kalambaka erstreckt sich am Rand der fruchtbaren thessalischen Ebene, die der Fluss Pinios zusammen mit seinen Nebenflüssen gebildet hat. Pinios entspringt im Pindos-Gebirge, an dessen östlicher Flanke die Stadt Kalambaka liegt. Er gehört zu den längsten Flüssen Griechenlands und teilt sich im Mündungsgebiet am Thermaischen Golf in zwei Hauptarme auf. Kalambakas Stadtgebiet zieht sich an den Hängen des Koziakas hinauf, der die östliche Flanke des Pindos-Gebirges markiert. Die Stadt liegt am Ende der Eisenbahnlinie, die von Volos kommt und über Paleofarsalos bis an den Rand des Pindos-Gebirges führt. Die Anreise in den Ferienhaus Urlaub per Bahn ist demzufolge problemlos möglich. Mit der griechischen Hauptstadt Athen ist Kalambaka über eine Intercity-Verbindung verbunden.

Bummel durch die gemütliche Altstadt

Obwohl sich Kalambaka wegen der Nähe zu den Meteora-Klöstern zu einem touristischen Hotspot in Thessalien entwickelt hat, blieb das gemütliche Ambiente bis heute erhalten. Traditionelle Natursteinhäuser säumen die Straßen und Gassen, die sich an den Berghängen entlangwinden. Viele Hauseingänge werden von Terrakotta-Kübeln mit blühendem Oleander und Olivenbäumchen flankiert. Wilder Wein wuchert teilweise über die ziegelroten Dächer. Auf den Steinmauern huschen Eidechsen flink von Nische zu Nische. Dass an manchen Fassaden der Putz bröckelt und Freilandstromleitungen die Straßen überspannen, trübt das idyllische Flair in Kalambaka keineswegs. Allgegenwärtig sind die mächtigen Felstürme, an die sich einige Gebäude in der Altstadt schmiegen. Die Sandsteinfelsen mit den Meteora-Klöstern bilden die spektakuläre Kulisse für die zahlreichen Fotos, die in der Altstadt von Kalambaka geschossen werden.

Video: Kalambaka, Greece

Meteora-Klöster: UNESCO-Weltkulturerbe am Pindos-Gebirge

Kalambaka übt wegen der Meteora-Klöster eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf geschichtsinteressierte Urlauber, Romantiker, Kletter-Enthusiasten und Mittelalterfans aus. 24 Klosteranlagen thronen über dem Stadtgebiet auf Hunderte Meter hohen Felstürmen oder ducken sich an steilen Felswänden in kleine Nischen. Erste Einsiedeleien entstanden in diesem Gebiet ab dem 11. Jahrhundert. Die Gründung der ersten Klöster erfolgte nach der Ankunft des Mönches Athanasios im Jahr 1334. Das von ihm gegründete Kloster Metamórphosis war die erste religiöse Anlage dieser Art in der Region. Die Gebäude der meisten Klöster scheinen direkt aus dem Sandstein emporzuwachsen, so exakt wurden die Häuser und Kirchen in die bestehenden Gesteinsstrukturen eingefügt.

Sechs bewohnte Meteora-Klöster

Von den 24 Meteora-Klöstern sind in der Gegenwart nur sechs bewohnt und für den Besucherverkehr zugänglich. Die übrigen Anlagen wurden aus Sicherheitsgründen gesperrt. Wenn Sie einem bewohnten Kloster einen Besuch abstatten wollen, müssen Sie sich an die Kleiderordnung halten. Kurze Hosen bei Männern sind ebenso tabu wie schulterfreie Tops und Miniröcke bei Frauen. Zu den zugänglichen Anlagen zählt auch das im Jahr 1334 gegründete Kloster Metamórphosis. Der Komplex mit Kirchen, Refektorium und Wohngebäuden liegt 613 m hoch über dem Meeresspiegel auf einem Sandsteinfelsen. Bis zum Bau einer Steintreppe im Jahr 1923 war der größte Komplex der Meteora-Klöster ausschließlich über Strickleitern und eine Seilwinde zu erreichen. Ebenfalls für die Öffentlichkeit zugänglich ist das Nonnenkloster Rousánou, das im Jahr 1388 gegründet wurde. Die Anlage thront in schwindelerregender Höhe über einem Abgrund auf einem Felsturm.

Felstürme der Meteora: Paradies für Kletterer

Die Felstürme der Meteora bei Kalambaka locken nicht nur geschichtsinteressierte Besucher, sondern auch Kletter-Enthusiasten an. Der poröse Sandstein bietet mit seinen natürlich entstandenen Griffmulden unzählige Möglichkeiten zum Festhalten. Mehr als 700 Kletterrouten befinden sich an den rund 170 Felstürmen, die hinter dem Stadtgebiet von Kalambaka aufragen. Neben kurzen Routen und Strecken für Freeclimber gibt es eine ganze Reihe Mehrseillängen-Routen, die hohe Anforderungen an Geschick und Ausdauer stellen. In der Hauptsaison herrscht reger Andrang an den populärsten Kletterfelsen. Am Felsen Doupiani kann es vorkommen, dass gleich mehrere Seilschaften hintereinander den steinernen Giganten bezwingen wollen. Im Jahr 2001 suchte der österreichische Extremsportler und Base-Jumper Felix Baumgartner die Kletterfelsen der Meteora auf und stürzte sich von einem 120 m hohen Felsturm in die Tiefe. Weltweit bekannt wurde Baumgartner durch seinen Stratosphärensprung im Jahr 2013.

Theopetra-Höhle: Steinzeitlicher Siedlungsraum

Rund drei Kilometer südöstlich von Kalambaka liegt im Inneren einer Kalkstein-Formation die Theopetra-Höhle. Forscher stießen hier auf eines der ältesten von Menschen errichteten Bauwerke der Welt: Eine Steinmauer, die vor etwa 23.000 Jahren errichtet wurde und einen Teil des Höhleneingangs verschließt. In der Höhle fanden die Forscher darüber hinaus organisches Material wie die Reste von menschlichen Schienbeinknochen. Sie wurden einer DNA-Analyse und einer Altersbestimmung unterzogen und konnten auf die Zeit um 7600 v. Chr. datiert werden. Zusätzlich ergaben Radiokarbonuntersuchungen, dass Menschen bereits vor 46.000 Jahren in dieser Höhle gelebt haben mussten. Oberhalb der Höhle ziehen sich gut abgesicherte Klettersteige an den Wänden der Kalkstein-Formation entlang.

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