Thessaloniki – quirlige Hafenmetropole in Nordgriechenland

Thessaloniki ist mit 325.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Griechenlands hinter der Hauptstadt Athen. Die Hafenmetropole liegt in der Region Makedonien am Ägäischen Meer und wird von vielen Urlaubern als Ausgangspunkt für die Weiterreise auf die Halbinsel Chalkidiki genutzt.

Thessaloniki – Stadt am Kreuzungspunkt antiker Handelsrouten

Die strategisch günstige Lage machte Thessaloniki bereits in der Antike zu einen bedeutenden Handels- und Militärstützpunkt. Gegründet wurde die Hafenstadt in Nordgriechenland im Jahr 315 v. Chr. Damals war Makedonien noch ein Königreich, das von König Kassandros und seiner Frau Thessalonikē regiert wurde. Ihr verdankt die Hafenstadt am Thermaischen Golf den Namen. Die Römer schafften das Königreich ab und legten nach der Eroberung Thessalonikis im Jahr 146 v. Chr. ein Netz von Handelsstraßen und Militärwegen an. Die Hafenstadt lag an der Via Egnatia, die die wichtigste Verkehrsverbindung zwischen dem Römischen Reich und Byzanz war. In Richtung Norden zweigte hier der Hauptverkehrsweg in den Balkan ab. Heute ist der Hafen von Thessaloniki der größte und bedeutendste Warenumschlagplatz für Schiffsladungen auf dem Balkan.

Südstadt mit modernem Antlitz

Thessaloniki war in seiner mehr als 2300-jährigen Geschichten oft heiß umkämpft. Römer, Byzantiner, Osmanen und Griechen hinterließen ihre Spuren in der Stadt, wenngleich man in die Suche nach den antiken und mittelalterlichen Baudenkmälern etwas Zeit investieren muss. Die gesamte Südstadt am Hafen präsentiert sich im Gewand einer modernen Großstadt der Neuzeit. Mehrstöckige Wohnhäusern mit schmucklosen weißen Fassaden und Balkonen mit schmiedeeisernen Gittern dominieren das Antlitz der Südstadt. In der untersten Ebene reiht sich Café an Café. Sie und die zahlreichen Tavernen sind Treffpunkte der Einheimischen, die dort nach Einbruch der Dunkelheit auf ein Glas Ouzo oder Retsina zusammenkommen. Dass in der Südstadt nur wenige Baudenkmäler erhalten sind, liegt an einem verheerenden Brand, der im Jahr 1917 große Teile der Altstadt zerstörte.

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Ladadika – das bunte Ausgehviertel am Wasser

Wer das authentische Thessaloniki abseits von Hochhäusern und Bürogebäuden sucht, wird im bunten Ausgehviertel Ladadika fündig. In den Kopfsteinpflastergassen reihen sich zweigeschossige Häuser mit quietschbunten Fassaden aneinander. Sie leuchten bordeauxrot, orangegelb und himmelblau und in den Untergeschossen laden traditionelle Cafés, Bars, Tavernen und Restaurants zum Genuss regionaler Köstlichkeiten ein. Nach Einbruch der Dunkelheit treten in zahlreichen Bars Live-Künstler auf und bis in die frühen Morgenstunden sitzen feierwillige Einheimische und Touristen bei Ouzo und Co. zusammen.

Weißer Turm: Wahrzeichen von Thessaloniki

Wahrzeichen der Hafenstadt Thessaloniki ist der sogenannte Weiße Turm. Der Rundturm wurde im 15. Jahrhundert von den Osmanen erbaut und ist heute ein Museum. Er steht ziemlich isoliert südlich des Hafengeländes an der Uferpromenade. Das Wahrzeichen der Hafenstadt besteht aus zwei zylinderförmigen, übereinanderliegenden Rundtürmen, die einen Durchmesser von 23 bzw. 27 Metern haben. Insgesamt ist der Weiße Turm 31 m hoch. Umgeben ist das Bauwerk von einer kleinen Parkanlage mit zahlreichen Schatten spendenden Bäumen. Im Inneren führt eine kreisförmige Treppe zu den einzelnen Ausstellungsräumen und zur Besucherplattform unter freiem Himmel. Von hier haben Sie einen erstklassigen Panoramablick über das Stadtgebiet von Thessaloniki, den Hafen und auf das Ägäische Meer.

Frühchristliche Kirchen: UNESCO-Weltkulturerbe in der Hafenstadt Im Jahr 1988 entschied die Welterbekommission der UNESCO die zahlreichen frühchristlichen und byzantinischen Kirchen in Thessaloniki in die Liste des Weltkulturerbes der Menschheit aufzunehmen. Unter den Gotteshäusern befinden sich einige herausragende Bauwerke mit kunstvollen, jahrhundertealten Mosaiken. Beispiel Hagios Demetrios: In der frühbyzantinischen Basilika aus dem 4. Jahrhundert befinden sich Mosaike aus dem 5. bis 9. Jahrhundert, die zu den bedeutendsten Werken byzantinischer Mosaikkunst gezählt werden. Mit dem Vlatades-Kloster gehört auch das einzige noch erhaltene byzantinische Kloster in Thessaloniki zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Gründung erfolgte im 14. Jahrhundert. Eine Besonderheit stellt die Kirche des Propheten Elias in der Oberstadt dar. Sie ist mit einer Kuppel über dem kleeblattförmigen Chor und vier weiteren Kuppeln über den Eckräumen ausgerüstet.

Zwischen Aristoteles-PLatz und Oberstadt

Der großflächige Aristoteles-Platz ist das pulsierende Zentrum von Thessaloniki. Der zentrale Platz wird halbkreisförmig von einer mehrgeschossigen Gebäudereihe eingerahmt und öffnet sich in Richtung Süden zum Meer. In der Umgebung können Sie einige Ruinen aus römischer Zeit besichtigen. In der Fußgängerzone Dimitriou Gounari stehen die steinernen Überreste des Kaiserpalastes mit dem Galeriusbogen und einer im 4. Jahrhundert erbauten Rotunde. Die antiken Ruinen liegen wie die Reste eines römischen Forums inmitten von Neubauten. An die Zeit der osmanischen Vorherrschaft in Thessaloniki erinnert unter anderem der überdachte Markt Bezesteni mit seinen sechs Kuppeln. Hier bekommen Sie frisches Obst und Gemüse, Blumen, selbst gemachte Köstlichkeiten, Tuch- und Lederwaren sowie Gold- und Silberschmuck.

In der Oberstadt hat sich das ursprüngliche, authentische Thessaloniki erhalten. Der Weg in das Viertel Ano Póli ist kräftezehrend, denn die Kopfsteinpflastergassen steigen steil. Fast dörflich ist der Charakter der Oberstadt. Blau, Rosa und sandfarben leuchten die Fassaden der meistens zwei- bis dreistöckigen Gebäude. Statt vergitterten Balkonen zieren Dachterrassen und hölzerne Balkone die Wohnhäuser. Im Viertel Ano Póli lebte einst die türkische Bevölkerung Thessalonikis, während die Bewohner christlichen und jüdischen Glaubens in der 1917 zerstörten Südstadt lebten.

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