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Tempel des Hephaistos – Heiligtum der Schmiede im Herzen von Athen

Der Tempel des Hephaistos zählt zu den am besten erhaltenen Heiligtümern des antiken Griechenlands. Er steht auf einer Anhöhe am westlichen Rande der Agora. Die Agora war im antiken Athen ein Versammlungsplatz, auf dem Gericht gehalten wurde und Volksversammlungen stattfanden.

Der Tempel des Hephaistos ist ein eindrucksvolles Monument antiker griechischer Baukunst. Seit 2.500 Jahren steht der Ringhallentempel weitestgehend unbeschädigt auf einer Anhöhe an der Agora. Das Heiligtum befindet sich in einem besseren Erhaltungszustand als der Parthenon auf dem Akropolis-Berg mitten im Stadtgebiet. Der Grund liegt in einer zweckfremden Nutzung des Tempels ab dem 5. Jahrhundert n. Chr. Damals wurde das Heiligtum in eine christliche Kirche umgewandelt.

Tempel des Hephaistos: Zeitreise in die griechische Antike

Der Tempel des Hephaistos ist ein monumentaler Tempelbau, der einen hervorragenden Einblick in die hoch entwickelte Baukunst in der griechischen Antike gibt. Ein Besuch am Heiligtum gleicht einer Zeitreise, denn der Tempel befindet sich in einem erstklassigen Zustand. Während man bei zahlreichen antiken Baudenkmälern in Athen einiges an Fantasie aufbringen muss, um sich vorzustellen, in welchem Glanz die Gebäude einmal erstrahlten, fällt dies beim Tempel des Hephaistos leicht. Sämtliche Marmorsäulen haben die Jahrtausende nahezu unbeschadet überstanden und auch das Dach befindet sich noch im Originalzustand. Lediglich die Mehrzahl der Friese und Verzierungen mit bildlichen Darstellungen fiel im Lauf der Jahrhunderte Bilderstürmen und Souvenirjägern zum Opfer.

Hephaistos – Gott der Schmiedekunst

Im antiken Athen hatte jedes Handwerk einen eigenen Schutzpatron. Hephaistos war der Gott der Schmiedekunst und des Schmiedehandwerks. Er war der Sohn des Zeus und seiner Gemahlin Hera und gehörte zu den zwölf olympischen Göttern. Lange war nicht klar, zu Ehren welcher Gottheit der Tempel errichtet wurde. In der Zeit, als Griechenland unter byzantinischer Herrschaft stand, ging man davon aus, dass in dem Tempel die sterblichen Überreste des legendären König Theseus aufbewahrt wurden, der zu den bekanntesten Helden der griechischen Mythologie gehörte und König von Athen war. Diese These wurde jedoch durch Inschriften im Inneren des Tempels und durch zahlreiche Funde von Metallgegenständen im Umfeld des Bauwerks widerlegt.

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Der Tempel befand sich in der griechischen Antike am westlichen Stadtrand Athens, in einem Bezirk, in dem zahlreiche Handwerker des metallverarbeitenden Gewerbes ansässig waren. Hier befanden sich Werkstätten zur Waffenherstellung und Schmieden. Darüber hinaus waren Schmuckhersteller in der Umgebung des Tempels ansässig. Hephaistos war der Gott für den gesamten künstlerischen Bereich der Metallverarbeitung.

Ringhallentempel aus dem 5. Jahrhundert v. Chr.

Beim Tempel des Hephaistos handelt es sich um einen klassischen Ringhallentempel, einen sogenannten Peripteros. Das Bauwerk ist knapp 32 m lang und knapp 14 m breit. Jeweils 13 dorische Säulen stehen an den Längsseiten und jeweils sechs an den Fronten des Tempels. Im Inneren der Ringhalle lag die sogenannte Cella. In diesem Raum wurde das Kultbild der Gottheit verwahrt. Das gesamte Gebäude ist in verschiedene Bereiche unterteilt, wie bei einem genaueren Hinsehen zu erkennen ist. Nach Osten ist die Anlage offen, damit die Strahlen der aufgehenden Sonne den Altar treffen können. Auf der Seite, die der Agora zugewandt ist, haben sich einige kunstvolle Friese erhalten, die Szenen aus dem Leben des Herakles darstellen.

Der Startschuss für den Bau des Tempels fiel im Jahr 449 v. Chr. Begonnen wurde mit dem Bau des Westportals. 19 Jahre später, im Jahr 430 v. Chr., waren die Arbeiten an dem Heiligtum weitestgehend abgeschlossen, wie aus antiken Bauprotokollen zu entnehmen ist. Die Gruppe mit dem Kultbild und die Eindeckung wurden erst um das Jahr 415 v. Chr. hinzugefügt, da die Ressourcen Athens während des Peloponnesischen Krieges gegen Sparta gebunden waren. Im Jahr 421 v. Chr. schlossen die beteiligten Kriegsparteien den sogenannten Niklasfrieden, der sich jedoch als brüchig erwies.

Nutzung als christliche Kirche

Den guten Erhaltungszustand verdankt der Tempel des Hephaistos der späteren Nutzung als christliche Kirche. Anders als beim Parthenon auf der Akropolis sind sämtliche Säulen und die gesamte Dachkonstruktion erhalten. Das antike Gemäuer wurde zu einer byzantinischen Kirche umfunktioniert, die dem Heiligen Georg gewidmet war. Allerdings wurden die im Zuge der Umgestaltung alle Erinnerungen an die griechische Gottheit entfernt. Bis in das 19. Jahrhundert wurde der Tempel als Kirche genutzt. Unter der osmanischen Fremdherrschaft war das Gebäude das wichtigste griechisch-orthodoxe Gotteshaus in Athen. In der Gegenwart hat die griechische Altertumsbehörde die Schirmherrschaft über den Tempel des Hephaistos.

Besichtigung des Tempelkomplexes

Eine Besichtigung des Tempels des Hephaistos sollten Sie unbedingt einplanen, wenn Sie eine Ferienwohnung in Athen oder ein Ferienhaus in der Umgebung der griechischen Hauptstadt gemietet haben. Gegen eine geringe Eintrittsgebühr können Sie eine Zeit lang auf den Spuren der griechischen Antike wandeln und sich von der Ausstrahlung des 2.500 Jahre alten Bauwerks verzaubern lassen. Geöffnet ist die Anlage täglich. Die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist einfach, da sich nur fünf Gehminuten entfernt die Metro-Station Thiseio befindet. Informationstafeln klären Sie über die geschichtlichen Hintergründe zum Bau auf und geben einen Überblick über die Architektur des Tempels. Die Informationen sind in griechischer und in englischer Sprache verfasst.

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